Feldbegehung Puschlav und Surses

Am 19. Juni 2009 war Gran Alpin mit den beiden landwirtschaftlichen Beratern Peer Schilperoord und Batist Spinatsch auf Feldbegehung im Puschlav und in Surses.

Die Puschlaver Produzenten sind neu bei Gran Alpin und sehr interessiert an Erfahrungen und Verbesserungen beim Berggetreidebau. An den Berghängen steht das Getreide sehr schön. In der Ebene, wo es zu Staunässe im Boden kommt, hat man vermehrt mit Unkräutern und Krankheiten zu kämpfen. Batist Spinatsch und die Vorstandsmitglieder von Gran Alpin können hier einige Tipps zur Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung geben.




Peer Schilperoord hat einiges zu den Unkräutern und Krankheiten zu sagen:

Die meisten Felder stehen gesund da und haben wenig Probleme mit Unkräutern. Einige Felder haben aber einen massiven Befall mit Knöterich (Puschlav) oder Ackersenf (Surses).
Ampferblättriger und Pfirsichblättriger oder Floh-Knöterich
Die Knöterichbestände im Puschlav setzen sich vermutlich hauptsächlich aus dem Ampferblättriger Knöterich zusammen. Der Floh-Knöterich und der Ampfer-Knöterich sind einander sehr ähnlich und werden häufig verwechselt. Für die Bekämpfung ist dies jedoch unbedeutend. Eine unterlassene Bekämpfung führt nicht nur zu empfindlichen Ertragseinbußen, sondern auch, bedingt durch die hohe Samenproduktion beider Arten und ihrer langen Lebensdauer im Boden, zu einer langjährigen Verseuchung der Fläche. Etwa 500 Samen je Pflanze, im Boden sehr lange lebensfähig – über 30 Jahre.
Empfehlung: Abmähen.
Ackersenf
Gemäss den Angaben von Meinrad Collet hat sich der Ackersenf in einem Feld von einem lokal begrenzten Befall zu einem Befall des ganzen Feldes ausgedehnt.
Roggen Matador.
Matador hat teils überwintert, teils ist er ausgewintert. Zur Sorge Anlass gibt der Befall mit Schwarzrost. Die Bildung der Körner hat gerade angefangen und schon jetzt hat der Befall mit dem Rost eingesetzt.
Bemerkung zum Ackerhohlzahn
Bekämpfung: Bis zum Vierblattstadium ist er gut mechanisch durch Eggen und Striegeln zu bekämpfen.




Der besonders stark mit Knöterich befallene Acker wurde nach der Feldbesichtigung von Daniele Raselli untergepflügt und nach einer guten Bodenbearbeitung mit Buchweizen neu bestellt. In der Hoffnung, dass dieser, der ja auch zur Familie der Knöteriche gehört, genauso erfolgreich entwickelt wie seine Verwandten der Floh-Knöterich und der Ampfer-Knöterich. 

In Surses haben sich einige Landwirte entschlossen neu mit dem Anbau von Braugerste für Gran Alpin zu beginnen. Auch hier müssen noch Erfahrungen gesammelt werden. Die Bodenbearbeitung zur Begrenzung der Unkrautbestände muss noch optimiert werden.